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Paintball als Antikriegserfahrung

Mai 29th, 2011 | By | Category: Leben
 

 

Paintball jojeliManchmal sammelt man Erfahrungen die man so nicht erwartet hätte. So auch in der vergangenen Woche. Ich war zum ersten mal in meinem Leben Paintball spielen. Vorab, es hat riesen Spaß gemacht und war eine Erfahrung die ich sicher nochmal wiederholen möchte. Darum soll es an dieser Stelle nicht gehen, denn hey gib mir eine Wasserpistole und ich habe Spaß, Jungs halt.
Den Gedanken den ich gern ausformulieren möchte, dreht sich um etwas anderes. In der Vergangenheit war die Sportart Paintball kurz vor dem aus. Als es die schrecklichen Amokläufe von Jugendlichen gab, geriet der Sport in Verruf. Genau wie Killerspiele leidete und leidet Paintball unter dem Image, Gewalt zu verherrlichen und Waffen und Krieg zu beschönigen.
Klar, der Gedanke liegt nah. Scheinbar simulieren dort Menschen den Kampf mit Waffen, das kann ja nur dazu führen, dass ein solches Verhalten in die Realität getragen wird. Meiner Meinung nach totaler Bullshit. Ich habe selten in meinem Leben so viel Respekt vor Waffen, Krieg und Waffengewalt gehabt, wie nach dem Tag auf dem Paintballfeld.
Ich möchte das kurz erklären.
Natürlich ist mit dem betreten des Paintballfeldes klar, dass es hier nicht um Leben und Tod geht, dennoch verspürt man einen regelrechten Adrenalinkick. Man möchte einfach nicht getroffen werden, von den Farbkugeln, die einen schönen blauen Fleck hinterlassen. So schleicht man konzentriert von Deckung zu Deckung und versucht sich sicher zu bewegen und dabei möglichst noch das Spiel zu gewinnen.
So weit so gut.
Spätestens als man zwischen den Spielen eine Pause macht und mit seinen Mitstreitern zusammen sitzt, kommt zwangsläufig dieses Gefühl von “Was wäre wenn”. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie groß der Druck sein muss, wenn ein Soldat eine ähnliche Situation in der Realität vorfinden. Der erhebliche Unterschied aber liegt daran, dass der beschriebene blaue Fleck bei Ihm den Tot bedeuten kann, dass muss ich an dieser Stelle nicht weiter beleuchten.
Die Vorstellung mit einer solchen Situation klar zu kommen übersteigt bei weitem meine Vorstellungskraft.
Dennoch habe ich selten so großes Verlangen danach gespürt mich in diese Menschen hinein zu versetzen und selten habe ich den Stellenwert von Krieg, Verletzungen und Angst so hautnah gespürt. Klar, ist diese Gefühl niemals auch nur ein Stück mit der Realität vergleichbar, dennoch hilft es mir, mich ein wenig in diese Situation hinein zu versetzen.
Ich kann jedem nur empfehlen diese Erfahrung zu sammeln und würde darüber hinaus Politiker bitten, die diese Art von Diskussionen führen, sich zunächst ein Bild von dem zu machen worüber Sie reden. Denn manchmal ist es aussagekräftiger Dinge zu erleben als sie rational zu bewerten.

 

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